
Bei einer öffentlichen Bürgerbefragung der AfD-Ratsfraktion Hattingen am Untermarkt sprach sich am Samstag nur ein einziger von 67 Teilnehmern für ein Regenbogenfeld in der Fußgängerzone aus.
Die Fraktion hatte am Samstag, dem 20. Juni, von 10 bis 14 Uhr ein Touchdisplay-Terminal am Untermarkt aufgestellt. Bürger und Innenstadt-Besucher konnten dort anonym abstimmen. Die Frage am Terminal lautete: „Hattingen plant 28 Mio. Euro Defizit – 2026 und nochmal 2027. Was ist Ihnen wichtiger?“ Zur Wahl standen ein 40 m² großes farbiges Bodenfeld in der Fußgängerzone, wie es die Initiative „Hattingen für Vielfalt und Demokratie“ für die Stadtverordnetenversammlung am 16. Juli vorbereitet, oder reparierte Gehwege, mehr Sauberkeit und eine sichere Innenstadt.
Das Ergebnis
Insgesamt beteiligten sich 67 Bürger, davon 48 Hattinger und 19 Besucher von außerhalb. 64 entschieden sich für die Infrastruktur-Variante, zwei für „weiß nicht“, und nur einer für das Regenbogenfeld. Auch unter den 48 Hattinger Befragten votierte lediglich einer für das Feld, während sich 45 für reparierte Gehwege, Sauberkeit und Sicherheit aussprachen. Von den 19 auswärtigen Besuchern wählte niemand das Regenbogenfeld.
Die AfD-Ratsfraktion betont ausdrücklich, dass es sich um ein Stimmungsbild von der Straße handelt und nicht um eine repräsentative Umfrage. Bei dieser Teilnehmerzahl werden bewusst nur absolute Zahlen genannt.
„Wir haben am Untermarkt zugehört statt vorzugeben. Das Votum der Teilnehmer ist klar, und wir tragen es in die Stadtverordnetenversammlung. Für uns bleibt es eine Geldfrage, keine Gesinnungsfrage – wer daraus eine Gesinnungsfrage macht, lenkt vom Geld ab.“
Stephan Thomas, Co-Fraktionsvorsitzender
„Wir haben nicht über die Bürger geredet, sondern sie gefragt – genau dort, wo das Feld entstehen soll. Bei einem geplanten Defizit von 28 Millionen Euro, und das in jedem der beiden Jahre 2026 und 2027, ist die Frage nicht, ob das Geld für 40 Quadratmeter Farbe reicht, sondern wo es überall fehlt.“
Christoph Glunz, Co-Fraktionsvorsitzender
Anonym und fälschungssicher
Die Befragung war vollständig anonym; es wurden weder IP-Adressen noch personenbezogene Daten erfasst. Nach jeder Abstimmung entstand automatisch ein Bildschirmfoto des Teilnehmer-Zählers mit Zeitstempel, ohne das jeweilige Ergebnis sichtbar zu machen. Alle Antworten sind über eine SHA-256-Hashkette lückenlos verknüpft: Jeder nachträgliche Eingriff würde die Kette brechen und wäre sofort erkennbar. Die Kette wurde nach Abschluss geprüft und ist unversehrt. Die Integritäts-Bestätigung steht unten zum Download bereit.
Worum es geht: die Folgekosten
Die Initiative verweist als Vorbild auf die Stadt Essen. Dort kostete die Erneuerung einer einzelnen Regenbogen-Markierung auf der Kettwiger Straße im April 2026 nach Angaben von Radio Essen 27.000 Euro, und das nach nur rund zwei Jahren Standzeit. Wer die Erstanlage über Spenden finanziert, löst das Problem der Folgekosten nicht: Die trägt am Ende die Stadt. Über die Eingabe entscheidet die Stadtverordnetenversammlung am 16. Juli.
Zum Download: Pressemitteilung 2026-06 (PDF) · Integritäts-Bestätigung der Befragung (PDF)