Aktuell

Südstadt: Über 130 Parkplätze fallen weg – wo sollen die Autos hin?

Südstadt: Über 130 Parkplätze fallen weg – wo sollen die Autos hin?

In der Hattinger Südstadt fallen nach den Zahlen der Verwaltung über 130 Parkplätze weg. Einen Ersatz nennt die Stadt nicht. Die AfD-Fraktion hat im Ausschuss für Bauen und Mobilität gegen die Parkverbotszonen gestimmt und fragt: Wo sollen die Autos hin?

Hattingen, 25. Oktober 2026. In der Südstadt werden Straßen saniert und der Verkehr neu geordnet. Dabei entfallen Parkplätze im Straßenraum, und zwar in zwei Schritten.

Was beschlossen ist

Am 26. Februar beschloss der Ausschuss für Bauen und Mobilität Parkverbotszonen am Südring und in der Otto-Hue-Straße, zusammen mit der Sanierung dieser Straßen (Drucksache 17/2026). Dort fallen rund 35 Parkplätze weg. Die Abstimmung ging 8 zu 6 bei einer Enthaltung aus, CDU und AfD stimmten dagegen. Über diesen Beschluss haben wir im Februar berichtet.

Am 9. September folgten Parkverbotszonen in der Uhlandstraße und in der Grünstraße (Drucksache 224/2026). Zusammen mit kleineren Änderungen in der Friedrichstraße und der Bruchstraße entfallen nach der Stellplatzbilanz der Verwaltung weitere 99 Parkplätze, 87 davon allein durch die beiden Parkverbotszonen. Beide Zonen wurden mit 9 zu 6 Stimmen beschlossen, CDU und AfD stimmten jeweils dagegen.

Ersatz für zwei Ladesäulen, keiner für die Parkplätze

Die Verwaltung begründet die Parkverbotszonen unter anderem damit, dass Linienbusse, Müllfahrzeuge und Feuerwehr besser durchkommen sollen. Das nehmen wir ernst. Auffällig ist aber: Für die beiden Ladesäulen für Elektroautos in der Bruchstraße sucht die Stadt mit dem Betreiber neue Standorte. Für die wegfallenden Parkplätze nennt die Vorlage keinen Ersatz.

„Natürlich sollen Bus und Feuerwehr besser durchkommen, das nehmen wir ernst. Aber wo ist der Ersatz?“

Christoph Glunz, Co-Fraktionsvorsitzender

Petition und Ratssitzung

Für den Erhalt der Parkplätze wurden Unterschriften gesammelt. In der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung am 15. Oktober wurden nach Angabe des Fragestellers rund 450 Unterschriften übergeben.

Eine Einwohnereingabe gegen den Wegfall der Parkplätze wollte die Verwaltung für erledigt erklären lassen, weil der Ausschuss bereits entschieden habe (Drucksache 286/2026). Die CDU beantragte, das Thema an den Ausschuss zurückzugeben und dabei auch die schon beschlossenen Maßnahmen wieder auf den Prüfstand zu stellen. Die AfD-Fraktion stimmte zu. Der Antrag scheiterte knapp mit 22 zu 23 Stimmen.

Angenommen wurde ein Antrag, den die FDP-Stadtverordnete Neumann für mehrere Fraktionen vortrug: Der Ausschuss für Bauen und Mobilität soll in seiner nächsten Sitzung in einem eigenen Tagesordnungspunkt über weitere Lösungen beraten. Die bereits gefassten Beschlüsse werden damit nach ihren Worten nicht rückgängig gemacht.

Wie es weitergeht

Die nächste Sitzung des Ausschusses für Bauen und Mobilität ist für Dienstag, 17. November 2026, um 17 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses angesetzt. Die Tagesordnung ist noch nicht veröffentlicht. Die Sitzung ist öffentlich, jede Bürgerin und jeder Bürger kann zuhören.

Unsere Frage dort: Wo sollen die Autos hin? Diese Frage sollte beantwortet sein, bevor die Verbotsschilder aufgestellt werden.

Christoph Glunz erklärt das Thema auch in einem kurzen Video auf unserer Facebook-Seite.